Archiv der Kategorie: Netzfischer

Aus einem Kinderkochbuch

Natürlich ist immer gesünder!

Dieser Text stammt aus einem Kinderkochbuch …

Ja, diese „künstlichen“ Triebmittel, die Bäckereien benutzen, diese E-Nummern, die sind alle bah! Supergefährliches Zeug ist das. Da sollten wir lieber NATÜRLICHE Triebmittel nehmen. Zum Beispiel dieses Hirschhornsalz. Da weiß die Wikipedia zu berichten:

Hirschhornsalz ist bei unmittelbarem Verzehr gesundheitsschädlich. Durch Erhitzen wird das Ammoniak weitgehend ausgetrieben. Beim Backen mit Hirschhornsalz ist die Entstehung von Acrylamid besonders begünstigt. Viele Bäckereien setzen daher Natron als alternatives Backtriebmittel ein.

Wikipedia: Hirschhornsalz

Übrigens ist Hirschhornsalz auch bekannt unter E 503. Oh, das ist jetzt irgendwie peinlich.

 

Gute Nachrichten

Ein sehr schlauer Kommentator hat mal auf einen meiner Blogposts mit dem Hinweis geantwortet, dass die Medien nicht über Regelfälle, sondern über Ausnahmen berichten. Daher hören wir so oft von Katastrophen und Unglücken, denn sie stellen nicht die Regel dar.

Der Explikator hat sich das auch gedacht und daher in seiner heutigen Folge mal gute Nachrichten gesammelt. Das fand ich sehr hörenswert!

Och, das hast du doch prima gemacht. Lizenz: gemeinfrei.

WTF des Tages: #merkelstreichelt

Auf Twitter ereignet sich den ganzen Tag schon ein epochales Mem: #merkelstreichelt. Ausgangspunkt ist dieses Video, in dem Angela Merkel mal wieder zeigt, dass sie in etwa so viel Empathie hat, wie Alex aus Clockwork Orange oder Capricorn aus Tintenherz:

Meine erste Reaktion war entsprechend:

Denn was Angela Merkel das sagt, ist mit anderen Worten, das hier:

 

Zu bedenken gibt es noch, dass das Video oben geschnitten ist. Die längere Version gibt es auf der Seite der FAZ. Aber auch nach der Sichtung dieser Version,finde ich Angela Merkel noch immer maximal merkbefreit. Monoxyd findet eine Erklärung, die ich halbwegs plausibel finde:

Allerdings fällt mir dann auch das hier wieder ein:

Ich glaube, Frau Merkel weiß schlichtweg eine saumiese Rednerin ist, wenn sie abseits des Protokolls reden muss und sich nicht mehr auf ihre Standardphrasen verlassen kann. Dann ist sie einfach nur hilflos. Das wäre fast traurig, wenn ihre Politik nicht noch trauriger wäre.

Vom Leben gezeichnet. Bild von mir.

Die Rhetorik der Bilder

Ich habe über Rivva einen schönen Fotoblog-Post aus dem Netz gefischt: Osterode am Harz (2015) von Jörgen Camrath. Die Fotos erzählen im Kontrast zur kurzen Texteinleitung den Niedergang der Stadt Osterode. Die Stadt hat seit 1970 knapp 8000 Einwohner verloren. Camraths Fotos prangern das mit Motiven von leeren Straßen und Geschäften an. Warum die Stadt einen relativen Niedergang erlebt hat, lässt Camrath offen.

Meine Aufmerksamkeit fing der Post allerdings aufgrund der manipulativen Qualität der Bilder. Das ist nicht so negativ gemeint, wie es klingt, denn jedes bildliche Erzählen manipuliert uns dahingehend, dass es gewisse Emotionen in uns weckt. Aber dennoch sollte man nach dem ersten erschütternden Eindruck noch ein zweites Mal genauer hinschauen. Was sehen wir denn?

Über die Bilder ist zum Beispsiel ein Sepia-Filter gelegt, was ihnen gleich eine Aura von alt und vergangen verleiht. Kontrastiert wird das durch die 2015 in der Überschrift, sodass uns suggeriert wird, dass das so nicht sein soll! Die Bilder sind weiterhin dunkel gehalten, die Kontraste und Farben sind runtergedreht, einige dunkeln zu den Rändern hin weiter ab.

Aber auch in seiner Motivwahl war Camrath nicht neutral, sondern manipuliert uns. Zunächst spielt das Wetter ihm in die Hände. Ein grauer, wolkenbedeckter Himmel unterstützt das Grau in der Stadt und die fehlende Sonne sorgt dafür, dass keine Schatten geworfen werden, sodass alles flacher wirkt. Die Straßen sind menschenleer. Aber sind sie es, weil die Stadt ausgestorben ist? Ein zweiter Blick zeigt auf mehreren Bildern Hundebesitzer, die Geschäfte, Cafés und Marktstände sind geschlossen. Das alles deutet darauf hin, dass die Bilder am frühen Morgen aufgenommen wurden und die Stadt normalerweise dann doch etwas belebter ist.

Mein dritter Blick galt dann der Kasette, dem Agentur-für-Arbeit-Schild und besonders dem Bahnhof. Klar: Die Kasette soll uns sagen, dass die Stadt wie dieses Medium ihren Höhepunkt in der Vergangenheit hatte und das Amt verweist darauf, dass es wohl auch in dieser Stadt Arbeitslose gibt.

Aber richtig gemein wird es bei dem Bahnhof: Da ist das Spannendste, was er nicht zeigt. Denn die Wikipedia verrät, dass dieser Bahnhof nicht abgeschafft wurde, sondern einfach durch zeitgemäßere Haltestellen ersetzt wurde. Kann man kacke finden, ist aber ein deutschlandweiter Prozess, der nichts mit Niedergang zu tun hat.

Noch einmal: Ich finde die Bilder schön und sehr gelungen, sie erzählen eindrucksvoll ihre Geschichte und besonders in der Fülle der Leerstände sind sie überzeugend. Ich wollte nur mal darauf hinweisen, wie sie diese Geschichte erzählen …

Ein Faultier in der Wilhelma

Auf der Suche nach dem Glück

Ich habe einen philosophischen Fisch aus dem Netz gefischt. juna im netz schreibt über das Glück und die Epikureer:

Mit zunehmender Komplexität sowohl des Gehirns als auch der Welt um uns herum wird die Frage nach dem persönlichen Glück immer drängender. Das gesamtgesellschaftliche oder auch kollektive Glück wird dabei immer hinter den Verheißungen des individuellen Glücks verortet – Konsum, Individualismus oder auch Ruhm sollen beim Erreichen des persönlichen Glückes helfen.

Hier alles lesen.

Und dazu passend – mehr oder weniger:

https://www.youtube.com/watch?v=mLUj_WxsqQU

Varoufakis Stinkefinger

Der Stinkefinger – Mein Video der Woche

Mensch, war das mal wieder eine lange Woche: Mein letztes Video in dieser Kategorie stammmt vom 14. November 2014. Aber es ist ja auch viel passiert: Am Sonntag konfrontierte Günther Jauch den Griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis konfrontiert, dass dieser auf einer Konferenz im Jahre 2013 mal Deutschland erwähnte und dabei mit einem Mittelfinger gestikulierte. Gestern dann wurden in Frankfurt ein paar Lagerfeuer errichtet und am Abend schließlich behauptete Jan Böhmermann im Neo-Magazin Royale, dass seine Redaktion das Stinkefinger-Video gefaket hat:

Erstaunen

Das ist so schön und zeigt mal wieder, dass Böhmermann neben dem Postillon wahrscheinlich der beste Satiriker ist, den dieses Land derzeit aufzubieten hat. Nicht weniger schön wird es dadurch, dass Böhmermann letztlich wohl uns alle an der Nase herumgeführt hat:

Alles ein Beweis dafür, wie albern es ist, ein YouTube-Video durchs Dorf zu treiben …