Archiv für den Monat: Mai 2015

Vom Leben gezeichnet. Bild von mir.

Die Rhetorik der Bilder

Ich habe über Rivva einen schönen Fotoblog-Post aus dem Netz gefischt: Osterode am Harz (2015) von Jörgen Camrath. Die Fotos erzählen im Kontrast zur kurzen Texteinleitung den Niedergang der Stadt Osterode. Die Stadt hat seit 1970 knapp 8000 Einwohner verloren. Camraths Fotos prangern das mit Motiven von leeren Straßen und Geschäften an. Warum die Stadt einen relativen Niedergang erlebt hat, lässt Camrath offen.

Meine Aufmerksamkeit fing der Post allerdings aufgrund der manipulativen Qualität der Bilder. Das ist nicht so negativ gemeint, wie es klingt, denn jedes bildliche Erzählen manipuliert uns dahingehend, dass es gewisse Emotionen in uns weckt. Aber dennoch sollte man nach dem ersten erschütternden Eindruck noch ein zweites Mal genauer hinschauen. Was sehen wir denn?

Über die Bilder ist zum Beispsiel ein Sepia-Filter gelegt, was ihnen gleich eine Aura von alt und vergangen verleiht. Kontrastiert wird das durch die 2015 in der Überschrift, sodass uns suggeriert wird, dass das so nicht sein soll! Die Bilder sind weiterhin dunkel gehalten, die Kontraste und Farben sind runtergedreht, einige dunkeln zu den Rändern hin weiter ab.

Aber auch in seiner Motivwahl war Camrath nicht neutral, sondern manipuliert uns. Zunächst spielt das Wetter ihm in die Hände. Ein grauer, wolkenbedeckter Himmel unterstützt das Grau in der Stadt und die fehlende Sonne sorgt dafür, dass keine Schatten geworfen werden, sodass alles flacher wirkt. Die Straßen sind menschenleer. Aber sind sie es, weil die Stadt ausgestorben ist? Ein zweiter Blick zeigt auf mehreren Bildern Hundebesitzer, die Geschäfte, Cafés und Marktstände sind geschlossen. Das alles deutet darauf hin, dass die Bilder am frühen Morgen aufgenommen wurden und die Stadt normalerweise dann doch etwas belebter ist.

Mein dritter Blick galt dann der Kasette, dem Agentur-für-Arbeit-Schild und besonders dem Bahnhof. Klar: Die Kasette soll uns sagen, dass die Stadt wie dieses Medium ihren Höhepunkt in der Vergangenheit hatte und das Amt verweist darauf, dass es wohl auch in dieser Stadt Arbeitslose gibt.

Aber richtig gemein wird es bei dem Bahnhof: Da ist das Spannendste, was er nicht zeigt. Denn die Wikipedia verrät, dass dieser Bahnhof nicht abgeschafft wurde, sondern einfach durch zeitgemäßere Haltestellen ersetzt wurde. Kann man kacke finden, ist aber ein deutschlandweiter Prozess, der nichts mit Niedergang zu tun hat.

Noch einmal: Ich finde die Bilder schön und sehr gelungen, sie erzählen eindrucksvoll ihre Geschichte und besonders in der Fülle der Leerstände sind sie überzeugend. Ich wollte nur mal darauf hinweisen, wie sie diese Geschichte erzählen …

Star Trek Obsessed von JD Hancock; Lizenz: CC BY 2.0

SF39 – Star Trek II: The Wrath of Khan (feat. Mathias)

In Gedenken an Leonard Nimoy haben wir uns mal wieder Verstärkung an Bord geholt und Mathias live aus Berlin zugeschaltet um der Zahn des Korn zu besprechen. Nachdem wir ersteinmal klären müssen, wie der Film überhaupt endet, laufen wir nicht weinend aus dem Kino, sondern spülen Khan weich, wobei wir offene Hemden, enge Hosen, schöne Brillen-Etuis und Windeln tragen. Ohne Textnachrichten und WLAN hatten wir aus Tradition nicht weniger technische Schwierigkeiten als die Enterprise in der Schlacht mit Khaaaaaaaan!

Im Spätfilm

Das Beitragsbild ist: Star Trek Obsessed von JD Hancock; Lizenz: CC BY 2.0

Spätfilm-Icon

SF38 – THX 1138 – kling kryptisch, ist aber so

Wie viel Star Wars steckt in THX 1138? Diese Frage begleitete uns durch Einkaufszentren und Tiefgaragen, als wir George Lucas’ Debutfilm auseinandernahmen. Wir sahen Johnny Weissmuller Jr. nicht, denn er war hinter einer silbernen Maske versteckt, stellten fest, dass Francis Ford Coppola alles immer auf Kante näht und George Lucas sich weigerte, den Film auf dem Kopf zu schneiden. Strange Shit mit Folterszenen und Drogen. Oh, wir haben einen Wookie überfahren!

Ein neuer Spätfilm ist erschienen!

Spätfilm Header

Im Spätfilm geht es weiter durch die Filmgeschichte 1898 – 1900

Ich schaue mich einmal durch die Filmgeschichte, indem ich pro Jahr einen Film gucke. Angelangt bin ich mittlerweile im Jahr 1900. Für das Jahr 1898 sah ich La lune à un mètre von Georges Méliès und war beeindruckt. Der Vertreter aus dem Jahr 1899 war Cendrillon, ebenfalls von Méliès, aber schon nicht mehr so beeindruckend. Und stellvertretend für das Jahr 1900 habe ich mir Explosion of a Motor Car angesehen, von Cecil Hepworth – simpel aber lustig.

Arbeiter verlassen die Lumière-Werke

1895 – Arbeiter verlassen die Lumière-Werke

Ich habe ein neues Projekt, ich will mich einmal durch die Filmgeschichte gucken. Das Feld mal so richtig gründlich von Hinten aufrollen und gucken, was ich dabei so lerne. Und womit könnte ich da besser anfangen als mit den Arbeitern der Lumières.

Diesmal gibt’s das zu lese im Spätfilm.

Leibe deine Nächste

Das Muttertagsgeschenk

Neulich waren wir in einem Drogeriemarkt, in dem ich nach einem neuen Aftershave suchte. Während die Dame mich bei diesem Unterfangen unterstützte, probierte unsere Tochter (7) einmal so ziemlich jeden Parfumspender aus und roch am Ende wie eine Filiale von Lush! Ein paar Tage später offenbarte meine Tochter mir dann ihre Pläne für den Muttertag.

Und welche Pläne das waren, erfahrt ihr in der Perspektiefe.