Archiv für den Monat: November 2013

Der 10. Doctor und sein Sonic Screwdriver

Doctor Who?

Am Samstag wurde die britische Science-Fiction-Abenteuer-Comedy-Serie Doctor Who 50 Jahre alt. Seit ein paar Monaten gehören die Dame und ich auch zu den Whovians. Freunde der Sience-Fiction und/oder von britischem Humor und/oder von epischen Erzählbögen kommen beim Doctor voll auf die Kosten.

Der 10. Doctor und sein Sonic Screwdriver

Der 10. Doctor und sein Sonic Screwdriver

Die ganzen Attribute in meinem ersten Absatz zeigen, wie schwer die Serie zu fassen und einzuordnen ist. Der Doctor ist ein Time Lord vom Planeten Gallifrey, genauer gesagt, der letzte seiner Art, der in seiner Zeitmaschine, der Tardis (Time And Relative Dimensions In Space) durch Raum und Zeit reist. Die Tardis hatte einst die eigenschaft sich optimal für ihre Umgebung zu tarnen. Dummerweise ging der Mechanismus kaputt, als der Doctor gerade auf die Erde der 1960er Jahre reiste, sodass die Tardis von nun an als britische Notrufzelle durch die Welten reist. Das führt zum Running-Gag, bei dem jede(r) neue Begleiter(in) des Doctors beim ersten Betreten der Tardis feststellt, dass sie von innen größer ist als von außen.

Doctor Who existiert seit 1963 wurde Ende der 80er abgesetzt und erfuhr 2005 einen Reboot. Der Doctor wurde mittlerweile von 11 Schauspielern verkörpert (im Special vom Samstag, das ich noch nicht gesehen habe, konnte man wohl einen 12. sehen und der dann 13. Doctor ist auch schon angekündigt). Erzählerisch ist dies so gelöst, dass der Doctor mittlerweile über 900 Jahre alt ist und, wenn er tödlich verwundet wurde, sich regeneriert, womit ein neues Aussehen und ein neuer Charakter einhergehen. Das führt zu einem wiederkehrenden Abschiedsschmerz von liebgewonnenen Doctoren und zur Spannung, wie der neue wohl sein wird.

Ein guter Einstieg für Neulinge ist der Reboot von 2005. Man muss sich ein bisschen durch die ersten Episoden quälen, denn das Budget war damals noch so gering, dass die Special-Effects nur schwer zu ertragen sind. Aber das bessert sich in den kommenden Staffeln rasch. Ein anderer gewöhnungsbedürftiger Aspekt sind die ganzen Referenzen auf die alte Serie, wodurch mitunter eine anchronistische Ästhetik entsteht, die aber zugleich viel vom Charme der Serie ausmacht. So sehen die Erzfeinde des Doctors, die Dalek, der Schrecken des Universums, aus wie riesige Salzstreuer und ihr Interface ist unzweifelhaft ein Klostopfer…

Es ist schwer, einen Videoschnipsel zu finden, der den Reiz der Serie verdeutlichen kann, denn es ist gerade dieser Widerspruch zwischen Albernheit und Epic, der mich anzieht. Dies alles zeigt sich hervorragen in der Person des Doctors, der ein gutherziger und überaus schrulliger Kauz ist, der aber zugleich eine düstere Seite hat und schon mal ganze Völker auslöscht oder jemanden aus Rache für alle Ewigkeit in einen Spiegel oder eine Vogelscheuche einsperrt. Wegen dieser dunklen Seite braucht er immer einen menschlichen Begleiter, in den allermeisten Fällen eine Frau, die ihn zügelt und an menschliche Tugenden erinnert. Und, dem steht, wie gesagt, die unglaubliche Albernheit gegenüber, die mit skurrilen Einfällen aufwartet, wie man sie in anderen Sience-Fiction-Serien eher nicht findet, so zum Beispiel:

Allons-y Geronimo!

Screenshot von Google

Antworten zu Amazon, PDF, ePub und Rechtlichem

Drüben auf meinem E-Book-Blog erreichen mich immer wieder Fragen, wie genau irgendetwas rund um E-Books funktioniert. Drei Fragen habe ich mal konkret beantwortet: 1. Was man tun muss, um Bücher für den kindle Paperwhite zu verkaufen, 2. wie man ein PDF in ein sauberes ePub umwandelt, also eine ePub-Datei, in der nicht lauter unsinnige HTML-Auszeichnungen stehen. Und 3. Was man an rechtlichen Fragen beachten muss, wenn man bei Amazon veröffentlicht.

Mehr gibt’s hier

Screenshot YouTube Video Nerd vs. Geek

Was ist ein Nerd?

Auf das Video dieser Woche stieß ich bei Not Safe For Work. Eine absolute Hörempfehlung würde ich für einen meiner liebsten Podcasts an dieser Stelle aussprechen, wenn ich nicht wüsste, dass ihr sowieso alle schon zuhört…Das Video „Nerd vs. Geek“ stammt aus der Reihe „Epic Rap Battles“, die noch so manch anderes Schmuckstück beherbergt.

Aber damit noch nicht genug. Diesmal gibt es sogar eine theoretische Unterfütterung zu dem Video. Denn die Dame schuldete mir noch einen Text. Die Bedingung für ihr Geschreibsel war, sie muss sich einen Thema aus meiner Evernote-Liste mit Themen-Ideen aussuchen und mal eben locker aus der Hüfte dazu etwas aufs virtuelle Papier bringen.

Ich hatte übrigens eine ganz andere Textidee zum Begriff des Nerds: Ich wollte meinen subjektiven Eindruck festhalten, dass der Begriff nach seiner Bedeutungswandlung von „uncool“ zu „cool“ wieder auf dem besten Weg zurück zu „uncool“ ist, einfach weil er jetzt mainstream ist und alles und jeder sich Nerd nennt. Aber was die Dame daraus gemacht hat, lesen Sie hier, liebe Leser:

Was ist ein Nerd?

von Paula Hesse

Nerbrille

Leider kann ich nicht recherchieren, was die Wikipedia dazu sagt, denn mein PC ist so langsam – speziell wenn es darum geht, den Browser zu öffnen –, dass ich regelmäßig Wutanfälle bekomme, wenn ich das Internet nutze. Und daran ist schon zu erkennen: Ich bin wahrscheinlich kein Nerd. Kriterien 1 und 2 für einen Nerd:

  1. Er nutzt das Internet.
  2. Sein PC ist dem Nerd so wichtig, dass er mindestens so viel daran tüfteln würde, dass er gut und schnell läuft.

Was ist der Nerd noch? Früher in der Schule immer der mit dem Lederschulranzen, der, der keine Freunde hat und nur ganz leise spricht. Der, der schlecht in Sport und ein Ass in Mathe ist. Das ist sicherlich immer noch so, doch heute ist der Nerd noch mehr: Er ist in Mode gekommen. Und das bezieht sich tatsächlich auch auf die Kleider- und Stylingfrage. Heute trägt man Hornbrillen und brave Bübchen-Frisuren, Lederranzen (wahlweise Jutebeutel) und Strickjacken. Hier zeigt sich ein Paradoxon: Unbeliebt-sein kann nicht in Mode sein, denn trendy ist beliebt. Oder nicht? Wie sieht es denn jetzt in der Schule aus? Sind jetzt die schmächtigen Schlauköpfe die Helden? Und was machen die sportlichen, lauten, lässigen Jungs? Sind die jetzt einsam?

Lederranzen

Selbstverständlich gibt es auch weibliche Nerds. Sie sind sicherlich äquivalent zu den männlichen Nerds. Ich weiß nur nicht, ob sie einen anderen Namen haben. Wären das dann Nerdinnen? Oder female nerds? Weil ich die Antwort auf die Frage nicht kenne (bestimmt findet ihr sie in der Wikipedia), habe ich oben nur die männliche Form angewandt. Bitte beachten: Das ist nur Grammatik, keine Weltanschauung.

Übrigens hat der Blick ins Wörterbuch keine Erkenntnis gebracht. Nerd ist das englische Wort für „erzreaktionär“. Was auch immer das sein mag, ich kann mich damit nicht identifizieren. Eher mit dem, was wir unter einem Nerd sehen. Denn es ist nicht nur der Technik-Freak, sondern jemand, der sich auf ein Wissensgebiet spezialisiert hat, und zwar aus reiner Freude. Vorzugsweise auf eines, das sonst niemanden interessiert, da es dem praktischen Leben und dem Drang nach Fortpflanzung nicht nützlich ist. Zum Beispiel also Mathematik oder Fantasy oder die Konstruktion von Nebelmaschinen. Da ist es schon wieder: Nerd-sein schließt sexy-sein aus. Wie also kommt dieses Paradoxon von „nerdy ist trendy“ zustande? Wahrscheinlich ganz einfach deshalb, weil der Trend, die Mode nur an der Oberfläche kratzen. In ist, was der Nerd auf dem Kopf hat und nicht, was er in seinem Kopf hat.

Der Nerd kommt also aus dem Dilemma, per se nicht sexy zu sein können, nicht heraus. Aber immerhin muss er nicht einsam sein, denn Nerds können sich durchaus zu Freundschaften entschließen. Wenn eine Basis für Freundschaft gleiche Interessen oder gleiche Erfahrungen ist, dann kann diese auch von Nerds geteilt werden. Das Interesse für das nicht vital Wichtige allgemein oder das Interesse für die gleiche Sache oder die leidvolle Erfahrung, nicht gemocht und gehänselt zu werden, können durchaus verbindend wirken. Nerds treffen sich an Schulen, an Universitäten oder auf Star-Trek-Conventions. In der Serie „The Big Bang Theory“ wohnen sie sogar – teilweise – zusammen. Durch diese Serie habe ich den Begriff „Nerd“ kennen gelernt. Hier erleben wir, wie eine Gruppe von vier männlichen Nerds – später u. a. ergänzt durch einen weiblichen Nerd – lebt, wofür sie sich interessiert und wie sie versucht, in der „vitalen“ Welt Fuß zu fassen.

Hochwasserhosen

Die US-amerikanische Serie erfreut sich großer Beliebtheit. Die Fans lassen sich in zwei Gruppen teilen: Die einen erkennen sich wieder und lachen mit den Charakteren, die anderen lachen über sie. Die Nerds dieser Welt genießen jedenfalls mehr Aufmerksamkeit denn je und haben dadurch größeres Selbstbewusstsein erlangt. Vielleicht sind sie dadurch trendy geworden. Trends verfliegen bekanntlich nach einer gewissen Zeit. Aber Namen bleiben, und den zumindest haben die Nerds jetzt bekommen.

Die Stadtteilbibliothek Frankfurt Sachsenhausen

Von Papiermuseen und Filterblasen

Die wortbrillante und sehr oft chirurgisch analysierende Kathrin Passig schreibt diese Woche in Ihrer Kolumne in der Zeit über „Die Zukunft des Papierverleihs“. Und so präzise wie Passig sonst allzuoft den Nagel auf den Kopf trifft, so sehr schlägt sie meines Erachtens dieses Mal gegen die elastischen Wände ihrer eigenen Filterblase an.

 

Wo genau Passig danebenliegt, habe ich auf Projekt Blackbox geschrieben.

Screenshot des Videos "An Türsteher vorbeikommen Gang, so komme ich in jede Disco rein..."

Der Am-Türsteher-vorbeikommen-Gang

Aus ganz geheimer Quelle lernen wir im Video dieser Woche, wie man am jeden Türsteher vorbeikommt. Zählt bis 3 und fangt dann an mit dem Am-Türsteher-Vorbeikomm-Gang. Wenn ihr beherzigt, was ihr in unserem Video der Woche lernt, dann kommt ihr an jedem Türsteher vorbei.

Mein Gott, der Typ ist gefährlich. Der wohnt im Fitnessstudio, geht gar nicht nach Hause. Und der atmet, wann er möchte!

Gefunden habe ich das Video übrigens auf dem Spreeblick.